GESPRÄCHSZEIT NIERENKREBS
Das Lebenshaus e.V. Nierenkrebs vermittelt Patienten und Angehörigen Wissen für ein Leben mit der Diagnose Nierenkrebs. Im Rahmen eines geplanten Projektes „Gesprächszeit Nierenkrebs" möchte wir spezielle Kommunikations-Workshops für Betroffene anbieten. Diese Tages-Seminare sollen Patienten mit Nierenkrebs „fit machen" für eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation. Die praxisorientierten Trainings fördern das so wichtige „Miteinander von Arzt und Patient" im Behandlungsprozess - besonders im Rahmen von medikamentösen Therapien.
Jährlich erkranken über 14.000 Menschen in Deutschland neu an „Nierenkrebs". Mit einer solchen Diagnose findet man sich plötzlich in einer völlig neuen - oftmals hilflosen Situation wieder. Eine Menge Fragen tauchen auf - zum Teil persönlicher Natur, aber insbesondere auch zur Erkrankung: Was ist eigentlich Nierenkrebs, wie sieht meine Prognose aus, welche aktuellem Therapieoptionen gibt es, was gehört zu einer regelmäßigen Nachsorge, wie kann ich selbst aktiv werden? - und vieles mehr: Häufig fühlen sich Patienten, gerade mit einer seltenen Tumorerkrankung - ohne Informationen - verlassen und werden vor Entscheidungen gestellt, die sie überfordern.
Dem Dialog bei Krebs kommt eine enorme Bedeutung zu: Für das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient allgemein - sowie für das Verständnis und die Akzeptanz einer Therapie. Der Dialog stellt eine wichtige Basis auch für den Erfolg der therapeutischen Schritte dar. Fragt man Patienten, wie Sie sich ihr Gespräch mit dem Arzt wünschen, hört man immer wieder: „Im Gespräch hört der Arzt aufmerksam zu, unterbindet Störungen, versichert sich, dass ich als Patient verstanden habe, er versorgt mich mit schriftlichem Material und ermuntert mich aktiv dazu, Fragen zu stellen." Wichtig: Es geht vielen Patienten nicht um die Länge der Gespräche, sondern um deren Qualität. Wie Patienten und Ärzte immer häufiger erleben, spielt Gesprächszeit im Klinikalltag eine entscheidende Rolle. Oft kann man an der „Zeitschraube" wenig drehen - wohl aber am „Qualitätsrad": Von Seiten der Patienten und von Seiten der Behandler...
„Gesprächszeit Nierenkrebs!" bietet eintägige Trainings-Seminare für Patienten, um das Arzt-Patienten-Gespräch als Patient angenehmer, selbstbewusster, qualitativer und ergebnis-orientierter zu führen. Zwei erste Pilot-Projekte sollen noch 2010 in Berlin und München stattfinden.
- In einem ersten - allgemeinen Teil - lernen und erleben Betroffene viel Hilfreiches, um die Gesprächszeit mit dem Arzt optimaler erleben zu können: Grundsätzliches, Erfahrungen, Rechte, Patientenordner, Tipps, Checklisten und Vieles mehr. Gleichzeitig veranschaulicht das Seminar aber auch die Seite und die Schwierigkeiten des Arztes - als Mensch in der „Rolle" des Behandlers und im klinischen Umfeld.
- In einem zweiten Teil, geht es um die spezifische Kommunikation zum Thema Nierenkrebs wie z.B.: Wann sollte man welche Fragen stellen? Welche Rolle übernehmen Arzt und Patient in der Therapie-Kooperation? Was hat Therapie-Treue (Compliance) mit dem Arzt und was mit dem Patienten zu tun? Was sind Aufgaben des Arztes - was sollte man einfordern? Was sind die Aufgaben des Betroffenen - was sollte er im Therapie-Verlauf den Arzt fragen - was sollte er ihm mitteilen? Wie kommuniziert man mit dem Arzt über Nebenwirkungen?
Effektive Arzt-Patienten-Gespräche sind entscheidend für das Miteinander im Behandlungs-prozess und den Erfolg einer Therapie. Helfen Sie uns dabei, Patienten mit Nierenkrebs eine gute Basis hierfür zu geben - helfen Sie uns bei dem Projekt „Gesprächszeit Nierenkrebs!"
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