STUDIEN IN DER ZWEITLINIENTHERAPIE
Die in der Folge aufgeführten Studien stellen nur einen kleinen Auszug dar, die Reihenfolge ist willkürlich. Bitte beachten Sie, dass es sich um derzeit in Deutschland nicht zugelassene Therapieoptionen in der jeweiligen Situation handelt!
Februar 2010
CHANGE: Einsatz von Everolimus in der Praxisroutine nach TKI-Versagen
Der Wirkstoff Everolimus ist zugelassen für die Zweitlinien-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom wenn die Erkrankung während oder nach einer Therapie mit einem Tyrosinkinaseinhibitor (z.B. Sunitinib oder Sorafenib) nicht zum Stillstand gekommen ist.
Die CHANGE-Studie (Charakterisierung von Afinitor® Nach Gezielter Ersttherapie) dient der Untersuchung der Therapie mit Everolimus in der täglichen Praxis. Bestimmt werden sollen die Therapieeffizienz, die Lebensqualität und die Therapietreue. Zudem soll die Studie Einblicke geben über den Verlauf der Therapieentscheidung und der Patientenversorgung bei den teilnehmenden Studienzentren. In dieser Beobachtungsstudie wird der Behandlungsverlauf während der Einnahme von Everolimus dokumentiert.
Patienten werden an bundesweit verteilten Zentren seit Oktober 2009 in die Studie aufgenommen. Ärztlicher Leiter der Studie ist Prof. Dr. L. Bergmann von der Medizinischen Klinik II, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe Universität, Frankfurt. Weitere beteiligte Studienzentren können hier im Lebenshaus erfragt werden. Ob Sie als Betroffene(r) für diese Studie infrage kommen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
August 2008
Vergleich von Sorafenib und Temsirolimus
nach Versagen einer Sunitinib-Therapie
Der Wirkstoff Temsirolimus ist für die Erstlinien-Therapie bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom und einer ungünstigen Prognose zugelassen. Sorafenib kann laut Zulassung bei einem metastasierten Nierenzellkarzinom eingesetzt werden, wenn eine Zytokin-Therapie versagt hat oder nicht infrage kommt. Sunitinib hat für die Erstlinientherapie und die Zweitlinientherapie nach einer Zytokin-Behandlung die Zulassung erhalten.
In welcher Reihenfolge welche Medikamente eingesetzt werden sollten, ist derzeit jedoch noch völlig unklar. Die Studie 404 vergleicht die beiden Medikamente Sorafenib und Temsirolimus gegeneinander bei Patienten mit metastasierter Erkrankung, nachdem sie unter einer Therapie mit Sunitinib einen Krankheitsfortschritt erlitten hatten.
In die Studie werden auch Patienten eingeschlossen, die keinen klarzelligen Zelltypus aufweisen. Zudem spielt es keine Rolle, ob der Patient nephrektomiert wurde (tumortragende Niere entfernt) oder nicht.
Die Studie nimmt derzeit noch Patienten auf. Leiter der klinischen Prüfung ist Professor Dr. med. Jürgen E. Gschwend von der Urologischen Klinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar in München. Ob Sie als Betroffene(r) für die Studie infrage kommen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Juni 2008
Axitinib (AG 013736) in der Zweitlinientherapie beim metastasierten Nierenzellkarzinom
Für Axitinib wurden kürzlich eine Phase-II-Studie beendet. Sie untersuchte Patienten mit metastasierten Nierenzellkarzinom, die bereits mit einer Zytokin-Therapie vorbehandelt waren. Die Ergebnisse waren viel versprechend, weitere Untersuchungen müssen jedoch noch folgen, um diese Daten zu bestätigen.
Es wird erwartet, dass eine Phase-III-Studie (Zulassungsstudie) zur weiteren Untersuchung der Substanz in der Zweitlinientherapie eingeleitet wird. Näheres ist dazu derzeit jedoch noch nicht bekannt. Aktuelle Informationen dazu finden Sie hier.
