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IMMUN- UND IMMUNCHEMOTHERAPIE

Das Nierenzellkarzinom gilt als so genannter immunabhängiger Tumor: Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhielten, also eine Behandlung zur Unterdrückung des Immunsystems, erkrankten häufiger an einem Nierenzellkarzinom. Daraus schloss man, dass ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle in der Entstehung der Erkrankung zu spielen scheint und eine entsprechende Stimulierung des Immunsystems demzufolge auch eine gewisse Wirksamkeit beim Nierenzellkarzinom haben dürfte. Daraus ergab sich die Rationale für den Einsatz einer Immuntherapie.

 

Bei der Immuntherapie werden die Medikamente Interleukin-2 (IL-2) (Handelsname Proleukin®) und / oder Interferon-alpha (Handelsname Roferon A®) eingesetzt. Beides sind Botenstoffe des Immunsystems (Zytokine), welche die Abwehrzellen (T-Zellen) direkt aktivieren. Beide Wirkmechanismen sind sehr komplex und daher bis heute auch nur in Ansätzen verstanden. Zusätzlich wird häufig das Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil (5-FU) kombiniert, das einen synergistischen Effekt mit Interferon-alpha besitzt.


In der Zytokin-Therapie gibt es keine einheitliche Behandlung. Je nach Klinik, Voraussetzung des Patienten und Land, in dem behandelt wird, können die Dosierung und die Kombination mit anderen Medikamenten unterschiedlich sein.

 

 

Von Experten wird derzeit die Frage nach dem Stellenwert der Immun- bzw. Immunchemotherapie in der Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms gestellt. Aufgrund der neuen Optionen mit den Target-Therapien, die sich für einen Großteil der Patienten als wirkungsvoller und verträglicher dargestellt haben, hat sich die Therapielandschaft bei dieser Erkrankung innerhalb weniger Monate maßgeblich verändert. Diese Veränderungen bringen es mit sich, die bisherige Standardtherapie zu hinterfragen.


In der Vergangenheit hat man gelernt, dass die Immuntherapie zwar sehr nebenwirkungsreich ist, in einigen Fällen jedoch zu langfristigen Krankheitsrückgängen geführt hat - man kann hier von einer Heilung sprechen. Aufgrund dieser zwar eher seltenen, dann aber sehr guten Ergebnisse hat die Therapieform nach wie vor eine Berechtigung, so die Meinung einiger Experten. Darüber hinaus kennt man heutzutage einige Faktoren, die bereits vor Therapiebeginn eine Aussage darüber zulassen, ob die Behandlung anschlagen könnte. Sollten diese Faktoren nicht gegeben sein, sollte die Immuntherapie nicht zur Anwendung
kommen.


 

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