WAS TUN, WENN METASTASEN VORLIEGEN?
Die Behandlung im so genannten metastasierten Stadium ist häufig eine Einzelfallentscheidung. Derzeit ist die operative Entfernung des Primärtumors als Standard anzusehen. Weitere therapeutische Maßnahmen richten sich nach Lage und Ausmaß der Metastasierung. Dabei unterscheidet man lokale Therapien oder systemische Ansätze.
Zu den lokalen Maßnahmen zählen die Operation der Metastasen, die Radiofrequenzablation (Zerstörung des Tumors durch Hitze), die Kryoablation (Zerstörung des Tumors durch extreme Kälte) und weitere so genannte lokal-ablative Verfahren (= Verfahren, die die Zerstörung des Geschwulstes vor Ort zum Ziel haben). Welche Therapie wann zum Einsatz kommt, hängt von der Umsetzungsfähigkeit und dem zu erwartenden Erfolg ab.
Die systemischen Therapien werden als Tablette oder Infusion verabreicht und wirken im ganzen Körper. Bis vor kurzem galt die
Immun- oder Immunchemotherapie mit einer Kombination aus Interferon-alpha, Interleukin-2 und ggf. einem Chemotherapeutikum (5-FU) als Therapie der Wahl.
Doch Mitte 2006 wurden die ersten Vertreter einer neuen Ära von Krebsmedikamenten zugelassen. Dabei handelt es sich um so genannte zielgerichtete Therapien („Target Therapies"). Sie wurden mit dem Wissen um die Ursache der Erkrankungen, ein Gen-Defekt, entwickelt und wirken sehr zielgerichtet. Dies hat eine hohe Ansprechwahrscheinlichkeit und einen vergleichsweise geringen Grad an Nebenwirkungen zur Folge. Zu den aktuell zugelassenen Vertretern dieser Therapien zählen
Bevacizumab (Handelsname Avastin®), das in Kombination mit Interferon-alpha verabreicht wird,
Sorafenib (Handelsname Nexavar®),
Sunitinib (Handelsname Sutent®) und
Temsirolimus (Torisel®). Welches Medikament für welchen Patienten wann sinnvoll ist, wird derzeit in Expertenkreisen diskutiert. Im Moment handelt es sich bei der Therapieauswahl um Individualentscheidungen.
