WARUM ENTSTEHT NIERENKREBS?
Bei familiärer Veranlagung, chronischer Nierenschwäche und seltenen Erbkrankheiten (von-Hippel-Lindau-Syndrom, Tuberöse Sklerose) haben Menschen ebenfalls ein höheres Risiko an Nierenkrebs zu erkranken.
Wie bei anderen Krebsdiagnosen – ist auch beim Nierenkrebs – oft nicht bekannt, warum manche Menschen erkranken und andere nicht.
Was heute allerdings schon gut erforscht ist, ist die Tatsache warum und wie sich ein Tumor auf „Zellebene“ entwickelt.
In einem gesunden Körper entspricht die Zahl der neu produzierten Zellen exakt dem Bedarf – das bedeutet, dass die Anzahl der durch Zellteilung neu entwickelten Zellen die bereits abgestorbenen ersetzt. In den letzten beiden Jahrzehnten konnte die Wissenschaft zeigen, dass dieser Prozess von zellregulierenden Genen organisiert wird, die bei Krebs oft verändert sind:
so genannte Onkogene, Tumorsuppressorgene und Reparaturgene.
Sowohl Onkogene als auch Tumorsuppressorgene kommen in allen gesunden Zellen vor. Normalerweise sind sie für das Zellwachstum und die Zellreifung zuständig und sind Gegenspieler: Onkogene sind für das Zellwachstum verantwortlich, welches von den Tumorsuppressorgenen unterdrückt wird.
Um neue Zellen zu bilden, kommt es zur Zellteilung der bereits bestehenden Zellen. Bei diesem Vorgang wird die gesamte Erbinformation an beide Tochterzellen weitergegeben. Das Erbmaterial der Zellen wird jedoch ständig durch innere und äußere Faktoren beeinflusst, die Chromosomen bzw. einzelne Gene beschädigen können. Ein beschädigter genetischer Code ist dann dafür verantwortlich, dass die Abstimmung von Zellwachstum (Proliferation), Reifung (Differenzierung) und Zelltod (Apoptose) im Zellverband außer Kraft gesetzt ist.
Dies ist vergleichbar mit einem permanent durchgetretenen Gaspedal im Auto. Die entarteten Gene signalisieren der Zelle, dass sie sich andauernd teilen und wachsen soll. Wenn gleichzeitig die Bremse, also die so genannten Suppressorgene ausfallen, die den programmierten Zelltod einleiten, dann ist das Zellwachstum nicht mehr zu stoppen. Reparaturgene können solche Fehler in der Regel identifizieren und ausbessern – aber auch hier kann es zu einer Störung kommen. Es entsteht eine Geschwulst – ein Tumor.
Wichtig!
Nierenkrebs basiert also auf Fehlern (Mutationen) in der Erbsubstanz (DNA). Diese Mutationen werden zumeist erst im Laufe des Lebens erworben. Oft spielen dabei mehrere Einflüsse außerhalb (z.B. durch krebserregende Stoffe) und innerhalb (spontan auftretende genetische Veränderungen) des Körpers eine Rolle. So erkrankt nicht jeder Mensch, der einer krebserregenden Substanz ausgesetzt ist oder eine erbliche Veranlagung hat, auch an Krebs.
