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Insgesamt ist das Nierenzellkarzinom eine komplexe, in vielen Merkmalen sehr unterschiedliche (heterogene) Krebsart, die eine individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie notwendig macht.

Je nach Tumorart, Zelltypus und Ausbreitung wird die Therapiestrategie für den einzelnen Patienten vor der Behandlung festgelegt. Dazu ist es wichtig, dass alle Informationen (z.B. radiologische Befunde) zum Tumor, seiner Ausbreitung und über eventuelle Fernmetastasen etc. verfügbar sind. 

 

Bei der Entscheidung, welche Therapie zum Einsatz kommt, wird im ersten Schritt unterschieden, ob der Patient noch im frühen Stadium ist, also keine Metastasen (= Tochtergeschwüre) vorliegen oder ob sich der Krebs bereits auf den Körper ausgebreitet hat (fortgeschrittenes Stadium = Vorliegen von Metastasen).


Darüber hinaus ist es heutzutage häufig der Fall, dass die Therapieentscheidung interdisziplinär getroffen wird. Das heißt, dass Vertreter aller relevanten Fachrichtungen wie beispielsweise Onkologen, Urologen, Pathologen, Radiologen und ggf. Psychoonkologen etc., die den Patienten im Verlauf seiner Erkrankung betreuen, die Entscheidung über die Therapie gemeinsam treffen. Ziel ist es, die Sichtweisen verschiedener Fachrichtungen zu berücksichtigen und so die Therapie optimal zu gestalten.

 

 

 

Im Laufe der letzten Jahre hat sich bei der lokalen Behandlung (Operation) von Ursprungstumoren (Primärtumoren) ein Wandel vollzogen: Aufgrund neuer Technologien und erworbener Erfahrungswerte kann immer schonender operiert werden. Somit ist es in immer mehr Fällen möglich, organerhaltend zu operieren. Das bedeutet, dass nicht die komplette Niere entfernt wird (radikale Nephrektomie), sondern nur der Teil, in dem der Tumor lokalisiert wurde (partielle Nephrektomie). Dabei entfernt der Operateur nur den tumortragenden Teil der Niere unter Erhaltung der Organfunktion. Dies ist insofern von Bedeutung, da die Nieren für unserer Körper sehr wichtig sind:

  • sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt im Körper,
  • sie regulieren die Höhe des Blutdrucks,
  • sie produzieren Hormone,
  • sie sind, gemeinsam mit dem Darm, zuständig für die Filterung und Entsorgung von Reststoffen, die der Körper nicht mehr verwerten kann. Während der Darm für die Verwertung der Feststoffe zuständig ist, sorgt die Niere für die Reinigung des Blutes.

Neueste Erkenntnisse bestätigen, dass die organerhaltende Operation keinen Nachteil, sondern ganz im Gegenteil einen Vorteil für die Patienten darstellt, da eine komplette Nierenentfernung einen signifikanten, unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung einer terminalen Niereninsuffizienz (Nierenversagen) darstellt. Das bedeutet, dass durch eine Nierenteilentfernung das Risiko gemindert werden kann, dass der Patient dialysepflichtig wird, wenn die zweite Niere ihre Funktionalität verlieren oder ein zweiter Tumor in der anderen, vorher nicht betroffenen Niere entstehen würde.

 

Therapien, die derzeit beim Nierenzellkarzinom im Rahmen von Studien untersucht werden (und noch nicht zugelassen sind) sowie aktuelle Studienergebnisse finden Sie unter "Studien".

 

 

 

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